Fixum nach Finanzierungsphase
Wie viel ein Startup zahlen kann, hängt stark von seiner Finanzierungsphase ab. In der frühen Phase ist das Budget knapper als nach einer größeren Finanzierungsrunde. Frag im Gespräch, wie lange das vorhandene Kapital reicht, denn davon hängt auch die Sicherheit deiner Stelle ab.
Echte und virtuelle Anteile
Viele Startups bieten zusätzlich eine Beteiligung an. Bei echten Anteilen wirst du Gesellschafterin oder Gesellschafter. Verbreitet sind auch virtuelle Programme, oft VSOP genannt, die dir bei einem Verkauf oder Börsengang eine Zahlung zusagen, als wärst du beteiligt. Wichtig sind Zahl und Bezugsgröße der Anteile, der Zeitplan, nach dem sie dir zustehen, und was bei deinem Ausscheiden passiert.
Steuerregeln für echte Anteile
Überträgt dir dein Arbeitgeber echte Anteile verbilligt oder unentgeltlich, ist der Vorteil bis 2.000 Euro im Kalenderjahr steuerfrei, wenn das Angebot allen Beschäftigten offensteht, die seit mindestens einem Jahr im Unternehmen sind. Für junge kleine und mittlere Unternehmen, deren Gründung nicht mehr als 20 Jahre zurückliegt, erlaubt § 19a EStG zudem, die Besteuerung aufzuschieben. Besteuert wird dann etwa beim Verkauf der Anteile, beim Ende des Arbeitsverhältnisses oder nach 15 Jahren, sofern der Arbeitgeber nicht die Haftung übernimmt.
Vesting und Ausscheiden
Beteiligungen werden meist über mehrere Jahre erdient. Dieses Vesting beginnt oft erst nach einer Mindestfrist, dem Cliff. Verlässt du das Unternehmen vorher, verfallen die Anteile ganz oder teilweise. Viele Programme unterscheiden zwischen Good Leaver und Bad Leaver, also danach, aus welchem Grund du gehst. Lass dir die Bedingungen schriftlich geben und lies sie, bevor du ein niedrigeres Fixum für Anteile akzeptierst.
Gehälter auf dieser Seite
Beispiele:
Im Startup verhandeln
Auch in jungen Unternehmen lässt sich verhandeln, nur oft über andere Stellschrauben. Neben dem Fixum kommen eine größere Beteiligung, ein fester Termin für ein Gehaltsgespräch nach der nächsten Finanzierungsrunde, ein Weiterbildungsbudget oder flexible Arbeitszeiten in Frage. Wäge ab, wie viel Risiko du über ein niedrigeres Fixum tragen kannst, denn Anteile sind erst bei einem Verkauf oder Börsengang etwas wert. Halte mündliche Zusagen im Vertrag fest.
Unterlagen zur Beteiligung
Lass dir vor der Unterschrift die Bedingungen des Beteiligungsprogramms aushändigen, nicht nur eine Zusammenfassung. Wichtig sind die Zahl der Anteile, der Ausübungspreis, falls es einen gibt, und die Regeln für einen Verkauf. Bei Unklarheiten hilft eine Beratung durch eine Anwältin oder einen Steuerberater.